Karriere

Viele junge Menschen wünschen sich eine Karriere in den europäischen Einrichtungen und Institutionen. Dabei gibt es viele verschiedene Möglichkeiten für einen beruflichen Einstieg, die ich im Folgenden zusammengestellt habe.

Praktika

Alle EU-Organe bieten Praktika an, wobei allerdings die Bewerbungsverfahren sehr unterschiedlich ausfallen können.

Im Europäischen Parlament wird zwischen dem zentralen und dezentralen Bewerbungsverfahren unterschieden.

Bei dem zentralen Bewerbungsverfahren handelt es sich um bezahlte und unbezahlte Praktika in den Generaldirektionen des Europäischen Parlaments (z.B. Präsidentschaft, Kommunikation, Personal, Übersetzen). Für die 5-monatigen Praktika gibt es einen festen Bewerbungszeitraum (Fristen im Oktober bzw. Mai) und sie sind nur für Hochschulabsolventen zugänglich.

Auch können Interessierte sich dezentral bei den Fraktionen und Abgeordneten im Europäischen Parlament für ein Praktikum bewerben. Die Dauer und die Vergütung des Praktikums können dabei sehr stark variieren. Allerdings sind hier generell auch junge Menschen ohne abgeschlossenes Hochschulstudium willkommen. Von Vorteil ist es, wenn die Interessenten ihren Wohn- und/oder Studienort im Wahlkreis der Abgeordneten haben bzw. einen thematischen Bezug zu deren Arbeitsbereich vorweisen können.

Neben den EU-Organen bieten auch andere EU-Einrichtungen Praktika an:

Die EU-Agenturen in den Mitgliedstaaten, z.B.

Die EU-Vertretungen von

  • Interessenvertretern (z.B. aus Wirtschaft, Handel, Verkehr, Landwirtschaft)
  • von Regierungen und Regionen (z.B. Deutsche Bundesregierung, Verbindungsbüro des Freistaats Sachsen)
  • Nichtregierungsorganisationen (z.B. Greenpeace, Amnesty International)

Allerdings ist bei den Praktika zu beachten: Hat man bereits ein Praktikum in einem EU-Organ oder einer Agentur absolviert (bezahlt oder unbezahlt) ist man von weiteren Praktika in diesen Einrichtungen meistens ausgeschlossen.

Jobs bei der EU

Die Anstellung bei den EU-Organen ist nur über das Europäische Amt für Personalauswahl (European Personnel Selection Office; EPSO) möglich.

Eine Ausnahme bilden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Fraktionen im Europäischen Parlament (z.B. Presse, wissenschaftliche Referent/innen) sowie die Assistentinnen und Assistenten der Abgeordneten. Diese werden direkt von den Fraktionen bzw. Abgeordneten ausgewählt und eingestellt.

Alle anderen, die sich eine feste Einstellung bei einem EU-Organ wünschen, müssen den EPSO-Concours erfolgreich durchlaufen. Einige Grundvoraussetzungen müssen vor der Bewerbung jedoch erfüllt sein. So muss man die Staatsbürgerschaft eines EU-Mitgliedstaates innehaben, über sehr gute Kenntnisse einer EU-Arbeitssprache (DE/FR/EN/ES) und einer weiteren der 23 EU-Amtssprachen verfügen sowie das Abitur besitzen. Bei einem höheren Anforderungsprofil kann auch ein Hochschulabschluss und ggf. Berufserfahrung vorausgesetzt sein.

Im EPSO-Concours werden unterschiedliche Fähigkeiten geprüft, u.a. Analyse und Problemlösung, Kommunikation, persönliche Entwicklung, Organisationsfähigkeit, Belastbarkeit und Teamfähigkeit.

Das ca. 9-monatige Auswahlverfahren verläuft dabei in mehreren Stufen: 1) Ausfüllen des Online-Bewerbungsformulars 2) Computergestützter Zulassungstest (in den Mitgliedstaaten) 3) Assessment-Center in Brüssel. Bei erfolgreichem Abschluss werden die Kandidatinnen und Kandidaten in eine Datenbank aufgenommen, aus denen die EU-Organe anschließend rekrutieren.

Ist dies geschafft, kann man sich über eine Anstellung als Beamte oder Beamter im öffentlichen Dienst der EU freuen, wobei man hier in unterschiedlichen Bereichen tätig sein kann, z.B.:

  • Europäische öffentliche Verwaltung
  • Recht, Wirtschaft
  • Informatik, Kommunikationstechnologien
  • Humanressourcen, Sekretariat
  • Übersetzung, Dolmetschung

Weiterführende Informationen