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Beerendorfer sehen sich nicht als "Großagrarier" - Leipziger Volkszeitung
Besuch der SPD-Europaabgeordneten Constanze Krehl: Betrieb bei Delitzsch wehrt sich gegen Einführung einer Obergrenze für Direktzahlungen
Beerendorf (red). Die ab 2013 geplante Einführung einer Obergrenze für Direktzahlungen für Großbetriebe haben negative Auswirkungen auf Betriebe in der Größenordnung einer Agrargenossenschaft, wie es sie in Beerendorf gibt. Das wollte der Vorstandsvorsitzende Gerhard Schladitz deutlich machen und lud deshalb die SPD-Europaabgeordnete Constanze Krehl und ihre Amtskollegin auf Landesebene, Liane Deicke, in den Delitzscher Ortsteil ein. Die Einladung war im Rahmen eines Besuchs von Mitgliedern der Fachvereinigungen Agrargenossenschaften bei Europaabgeordneten in Straßburg im September ausgesprochen worden. Dort hatten die Repräsentanten der 280 Agrargenossenschaften im Mitteldeutschen Genossenschaftsverband in Gesprächen mit Abgeordneten der Fraktion der Europäischen Volkspartei und der Sozialistischen Fraktion ihre Sorgen zu den Absichten der EU-Kommission dargelegt.
Gerhard Schladitz sieht seine Agrargenossenschaft überhaupt nicht als "Großagrarier", wie ihn die Brüsseler vor Augen haben. "Wir bewirtschaften zwar 1400 Hektar Landwirtschaftsfläche. Doch der Betrieb gehört 42 Mitgliedern, beschäftigt 24 Arbeitskräfte sowie zwei Lehrlinge. Das sind 58 Hektar pro Arbeitskraft, also weniger als viele selbstständige Bauern in den westlichen Bundesländern haben", so Schladitz. "Diese Zahlen entsprechen zudem in etwa dem Durchschnitt unserer 280 Agrargenossenschaften", ergänzte Frank Illing, Bereichsleiter Agrargenossenschaften des MGV.
"Es ist schon ein Unterschied, ob die Sorgen theoretisch vorgetragen werden oder ob die Möglichkeit besteht, sich vor Ort über die konkreten Auswirkungen zu informieren." Mit diesen Worten bewertete Constanze Krehl den Besuch in Beerendorf. Allerdings machte sie den Bauern wenig Hoffnungen, dass die EU-Kommission von ihrem Vorhaben abrückt, für die Direktzahlungen für Großbetriebe eine Obergrenze einzuführen. Auf der anderen Seite zeigte sie sich überzeugt, dass die beabsichtigte Berücksichtigung der Lohnkosten auch wirklich kommt.
"Ich werde mich mit meiner Fraktion dafür stark machen, denn würde pauschal nur nach der bewirtschafteten Fläche gegangen werden, wäre das eine eklatante Benachteiligung der ostdeutschen Landwirtschaftsbetriebe, insbesondere der Agrargenossenschaften, die nicht nur viele Beschäftigte, sondern auch viele Eigentümer haben. Gerade das wurde uns am Beispiel der Agrargenossenschaft in Beerendorf eindrucksvoll vor Augen geführt", schätzte die Europaabgeordnete ein.







