Rede von Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments zum Jubiläum der Völkerschlacht und des Völkerschlachtdenkmals

                      Jubiläum Völkerschlacht und Völkerschlachtdenkmal            Rede von Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments                                  – es gilt das gesprochene Wort –   Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,  sehr geehrter Herr Ministerpräsident,  sehr geehrter Herr Schwarzenberg, Exzellenzen, meine Damen und Herren,  Wir stehen in einem beklemmenden Denkmal; einem gigantischen Denkmal, 90 Meter hoch, dreihunderttausend Tonnen schwer; einem monströsen Denkmal, dessen Bildersprache und martialische Wächterfiguren uns nicht nur frernd geworden, sondern Ausdruck einer ultranationalistischen Geisteshaltung sind, die wir in Europa glücklicherweise überwunden haben.  Ein Denkmal, das uns dennoch auch heute mahnt:  Wir stehen in einer Totengedenkstätte.   An diesem Ort fanden die blutigsten Kämpfe der Leipziger Völkerschlacht statt.  An diesem Ort verloren die meisten Soldaten ihr Leben.  An diesem Ort wurden die Gefallenen verscharrt.  Wir stehen auf einem Massengrab.  Am hundertsten Jahrestag der Völkerschlacht, am lSOktober 1913, Weihte Kaiser Wilhelm Il. dieses Denkmal ein. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges. lm Rückblick lässt sich die Völkersehlacht von 1813 fast als Vorzeichen der Zerstörungen hundert Jahre später lesen.   Mit 600.000 Soldaten aus über einem Dutzend Nationen War die Völkerschlacht bis zum Ersten Weltkrieg die größte Schlacht der Neuzeit. Vor den Toren Leipzigs tobt der Krieg. Mehr als 90.000 Soldaten sterben elendig auf den Schlachtfeldern. Tausende mehr erliegen später grässlichen Verletzungen und grassierenden Seuchen. Nie, auch später nicht, hat es in Deutschland in so kurzer Zeit, in nur vier Tagen so viele Kriegstote gegeben. Die stolze Handelsstadt Leipzig ist von Bombardernents und Bränden schwer beschädigt. In ihren Straßen spielen sich entsetzliche Szenen ab: Verwundete, Sterbende und Leichen liegen auf den Wegen, Fußgänger steigen einfach über Sie hinweg. Pferdekadaver verwesen.  (…) Die gesamte Rede gibt es hier zum downloaden!

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