Schädliches Blei in Baumaterialien – „Nichts für den Recyclinghof“

Am Mittwoch, den 12. Februar 2020, hat das Europäische Parlament in Straßburg seine Position zu Blei-Grenzwerten in PVC-Produkten abgestimmt.

Blei kann schwere neurologische Schäden verursachen. Das Europäische Parlament spricht sich deshalb schon seit 2001 dafür aus, die Verwendung von Blei als festigenden Stoff in PVC zu verbieten, was die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher als Material für Bodenbeläge kennen. Seit 2015 wird in der EU kein Blei als Stabilisator mehr eingesetzt. Die EU-Kommission hat jetzt endlich auch für PVC-Importe einen niedrigen Grenzwert für Blei vorgeschlagen, der die Verwendung nicht mehr möglich macht. Für recyceltes PVC will die Kommission jedoch deutlich höhere Grenzwerte zulassen. Dem hat das EU-Parlament nun widersprochen.

Constanze Krehl (SPD), stellvertretendes Mitglied um Umweltausschuss des EU Parlaments, kommentiert „Auch bei recyceltem PVC muss der Schutz der Gesundheit von Verbraucherinnen und Verbrauchern an erster Stelle stehen. Recycling vertagt die nötige Entsorgung nur, früher oder später gelangt das giftige PVC trotzdem auf Müllhalden. Eine weitere Zulassung von Blei in recyceltem PVC würde den Zielen der Kreislaufwirtschaft komplett entgegenlaufen.“

Seit 2015 gibt es eine freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft in der EU kein Blei mehr als Stabilisator in PVC einzusetzen. Durch Importe kam jedoch weiterhin Bleihaltiges PVC in die EU. Um das zu verhindern hat die Kommission jetzt in einen Annex der Chemikalien-Verordnung strengere Bleiwerte festgesetzt, die auch für Importe gelten. Weiterhin hat sie allerdings für recyceltes PVC deutlich höhere Grenzwerte vorgeschlagen, dem widerspricht das EU Parlament jetzt.